Arbeit, Bewusstsein und Wert. Die Kunst von NIZEN
Die künstlerische Praxis von NIZEN ist eng mit seiner Herkunft verbunden. Aufgewachsen in einem von Gemeindebauten, Betonflächen und funktionaler Architektur geprägten Stadtteil Wiens, war seine Umgebung von alltäglicher Arbeit und pragmatischen Räumen bestimmt. Diese frühe visuelle und soziale Prägung bildet bis heute eine zentrale Grundlage seiner künstlerischen Auseinandersetzung.
Bereits in seiner Jugend beschäftigte sich NIZEN intensiv mit Musikproduktion. Der Umgang mit Rhythmus, Wiederholung und Struktur schärfte sein Verständnis für Prozesse und Abläufe. In der Malerei fand er später ein Medium, das diese Prinzipien mit körperlicher Arbeit und materieller Präsenz verbindet. Der bewusste Einsatz der Malerrolle markierte dabei einen Wendepunkt und wurde Ausgangspunkt einer künstlerischen Sprache, die sich vom klassischen Pinsel löst.
Im Zentrum seiner Arbeit stehen Werkzeuge und Gegenstände des Alltags. Malerrollen, Spachtel, Besen oder Wischmopps sind auf Funktion, Geschwindigkeit und Fläche ausgerichtet. Sie stammen aus einem Kontext körperlicher Arbeit und werden meist als reine Werkzeuge der Ausführung verstanden, nicht als Mittel künstlerischen Ausdrucks. NIZEN überführt diese Werkzeuge in die bildende Kunst und verbindet sie mit Motiven, die gesellschaftlich mit Luxus, Besitz und kulturellem Wert aufgeladen sind. Architektur, Immobilien, Eingänge oder Ausblicke werden nicht fein ausgearbeitet, sondern bearbeitet. Die Spuren der Arbeit bleiben sichtbar und prägen das Bild.
Ein klar gesetzter Signature Color Block bildet in seinen Arbeiten den letzten Layer und fungiert als bewusste Setzung innerhalb eines offenen Prozesses.
Diese Auseinandersetzung ist eng mit einem Bewusstsein verbunden, das aus der Zen-Philosophie stammt. Das Zen versteht alltägliche Dinge als gleichwertig im Sein. Diese Haltung spiegelt sich in NIZENs Arbeit wider und verweist auf eine Verbindung zwischen Arbeiterklasse und Luxus jenseits von Hierarchien.
Der 1992 geborene Künstler lebt und arbeitet in Wien. Seine Werke wurden international gesammelt und in unterschiedlichen räumlichen Kontexten gezeigt.
Werkzeuge, Achtsamkeit und die Gleichwertigkeit der Dinge
Meine Arbeit setzt beim Ursprung von Malerei an. Bei Arbeit, Werkzeug und bewusster Handlung. Ich arbeite mit alltäglichen Gegenständen wie Malerrollen, Spachteln, Besen oder Wischmopps. Diese Werkzeuge sind funktional, reduziert und auf Bewegung ausgelegt.
Diese Praxis ist eng mit einem Bewusstsein verbunden, das aus dem Zen stammt. Achtsamkeit bedeutet für mich, dem Moment und dem Material die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken. Im Zen ist alles gleichwertig im Sein.
In meinen Arbeiten treffen alltägliche Werkzeuge auf Motive, die häufig mit Wert, Besitz oder Privileg verbunden werden. Das Grobe der Werkzeuge bleibt sichtbar und öffnet einen Raum zwischen Arbeit, Wahrnehmung und Wert.